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Die Entscheidung zwischen Systemblitz oder Porty ist schwer.

Portables Licht: Systemblitz oder Porty?

Viele Fotografen, die beispielsweise als Hochzeitsfotograf on Location Aufnahmen anfertigen, stehen meistens irgendwann einmal vor der Frage, ob sie einen Systemblitz oder Porty, also einen portablen Studioblitz, erwerben sollen. Dabei ist diese Entscheidung von recht weit reichender Bedeutung, zumal Portys nicht nur schwerer als Systemblitze sind, sondern meistens auch mit einem Vielfachen in Sachen Preis und Gewicht zu Buche schlagen. Dementsprechend genau sollte man vorab auch die weiteren Unterschiede zwischen beiden Systemen kennen und nachher abwägen, ob man sich nicht vielleicht sogar beides anschafft.

Systemblitze verfügen über ein deutlich geringeres Maß an Leistung

Die Leistung eines Systemblitzes ist geringer.

Im Gegensatz zu portablen Studioblitzen sind Systemblitze deutlich weniger leistungsstark.

Jeder, der schon einmal zwischen Systemblitz oder Porty überlegt hat, hat dies meistens aus zwei bestimmten Gründen getan. Demjenigen fehlte zumeist bei einem Outdoor-Fotoshooting on Location entweder ein gewisses Maß an Blitzleistung, welches ein Systemblitz nicht liefern konnte oder aber derjenige möchte ganz bestimmte Lichtformer verwenden, die mit Systemblitzen nicht gut kompatibel sind. Welche Shootings sind nun prädestiniert dafür, dass die Leistung des Systemblitzes nicht reicht? Das sind die nachstehenden:

Bei einer klassischen Gegenlichtsituation wird ein Blitz üblicherweise dafür benutzt, die Person im Vordergrund soweit aufzuhellen, dass am Ende ein stimmiges Gesamtbild dabei herauskommt. Während hier ein Systemblitz nicht unbedingt das vorhandene Licht übertrumpfen muss, so sollte er bei der zweiten genannten Situation dazu in jedem Fall in der Lage sein. Je nachdem wie stark die Sonneneinstrahlung ist, ist das für einen großen Systemblitz, der meistens so um die 60 bis 100 Wattsekunden an Leistung liefert, nur schwerlich zu schaffen. Doch auch bei dem dritten Szenario, dem Sport Fotoshooting, treffen Anwender bei der Blitzfotografie schneller auf existierende Grenzen, als ihnen lieb ist. Besonders bei Outdoor Sportarten, wo eine große Distanz zum Sportler besteht – etwa beim Motocross oder Snowboarden – ist die Reichweite eines kleinen Systemblitzes schlicht und ergreifend nicht ausreichend. Mit 400-1000 Wattsekunden und teilweise sogar noch mehr ist hier ein Porty das Mittel der Wahl.

Portys sind deutlich schwerer und meistens auch viel teurer

Wirft man einen Blick auf die Entwicklung des Porty-Marktes, so lässt sich festhalten, dass in letzter Zeit das Angebot immer mehr zugenommen hat. Besonders beliebt sind dabei Blitze aus China wie beispielsweise von Jinbei. Bei den Portys selbst muss man noch einmal unterscheiden zwischen zwei verschiedenen Varianten:

  1. Kabelgebundene Portys
  2. Kabellose Portys

Die erste Variante kommt mit einem tragbaren Akkupack daher, wobei der Blitzkopf mit dem Akku per Kabel verbunden wird. Bei der kabellosen Version fehlt ein tragbarer Akkupack jedoch ganz, denn der Akku wird direkt in den Blitzkopf geschoben. Welche der beiden Varianten per se besser ist, lässt sich nicht allgemein sagen, da die Beantwortung dieser Frage auch von der Qualität der einzelnen Modelle abhängig ist. Abgesehen davon lassen sich für beide Systeme sowohl Vor- als auch Nachteile ausmachen:

ArtVorteileNachteile
Kabelgebundener PortyLeichterer BlickkopfKabel, mehr zu tragen
Kabelloser PortyWeniger TeileBlitzkopf ist schwerer

Hat man einen Porty mit separatem Akkupack, so ist es einer der größten Vorteile, dass man mit dem leichten Blitzkopf sehr gut hantieren kann. Gerade bei Lampenstativen, die nicht dem professionellen Segment zugeordnet werden können, macht sich ein leichter Blitzkopf bezahlt. Umgekehrt muss hier immer auf eine vernünftige Verkabelung geachtet werden, was beim Porty mit integriertem Akku entfällt. Letztlich ist das Ganze ein Stück weit auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Viele Systemblitze können einen Porty mitunter sogar ersetzen

Ein Systemblitz hat eine viel geringere Leistung.

Benutzt man mehrere Systemblitze zusammen, kann mehr aus ihnen herausgeholt werden.

Eine Variante, auf die so manch spitzfindiger Fotograf schon gekommen ist, ist die Kombination von mehreren kleinen Systemblitzen. Egal, ob man beispielsweise mehrere Blitzgeräte vom Typ Nikon SB-5000 oder Canon 600EX II-RT nutzt, das Prinzip ist immer dasselbe. Je nachdem wie stark der Porty ist, mit dem man die Leistung der vorhandenen Systemblitze vergleicht, benötigt man mitunter mehr als vier Stück von ihnen. Legt man dabei eine Leistung von 60-100 Wattsekunden für einen potenten Systemblitz zugrunde, kommt man selbst bei vier parallel verwendeten Systemblitzen nur gerade so noch auf ein Leistungsangebot von 400 Wattsekunden. Verantwortlich dafür, dass Outdoor-Fotografen überhaupt den Erwerb respektive die Verwendung von derartig vielen Systemblitzen gegenüber einem Porty in Erwägung ziehen, sind folgende Gründe:

  • Ein Porty ist immer eine relativ teure Anschaffung
  • Einen Systemblitz haben viele Fotografen ohnehin schon gekauft
  • Viele Systemblitze lassen sich auch einzeln verwenden

Abhängig davon, wie viel Leistung man on Location zur Verfügung haben möchte und wie stark und gut einstellbar der jeweilige Porty ist, ergibt die Verwendung mehrerer Systemblitze durchaus Sinn. Praktisch ist, dass die kleinen Systemblitze mit handelsüblichen Batterien funktionieren und problemlos auch einzeln eingesetzt werden können.

Kauf von Zubehör für Systemblitzen ist relativ kostengünstig

Möchte man mehrere Systemblitze zusammen verwenden, benötigt man noch diverses Zubehör. Zum einen ist das ein Blitzhalter, der die Aufnahme von mehreren Blitzen ermöglicht. Inzwischen gibt es hier ein relativ breitflächiges Angebot unterschiedlicher Hersteller, wobei von zwei bis vier Systemblitzen unterschiedliche Produkte erworben werden können. Achten sollte man darauf, ob und welcher Lichtformer dann in Kombination mit dem System verwendet werden kann. In den meisten Fällen ist das zumindest ein Schirm. Professionellere Varianten machen jedoch auch die Verwendung einer großen Softbox möglich. Je nachdem was man on Location fotografieren möchte, benötigt man beim Systemblitz idealerweise noch diverses Zubehör und zwar zum Beispiel folgendes:

  • Extra Set an Batterien
  • Separates Akkupack
  • Empfänger und Sender

Abhängig davon, welcher Systemblitz verwendet wird und ob dieser mit der jeweiligen Kamera TTL- und HSS-fähig ist oder nicht, können verschiedene Sender und Empfänger zum Einsatz kommen. Von Phottix gibt es beispielsweise die beliebte Odin-Reihe, welche bei den, sie verwendenden, Fotografen sehr gut ankommt. Andererseits gibt es hier auch wieder die Möglichkeit, etwa auf Produkte von Yongnuo, im Speziellen auf die YN-622-Reihe, zurückzugreifen. Diese ist sowohl für Nikon als auch für Canon erhältlich. Von der Ansteuerung externer Blitzgeräte mittels des, in der Kamera eingebauten, Blitzes ist zumindest bei direkter Sonneneinstrahlung und größerer Distanz zwischen Sender und Empfänger abzuraten, da sonst nicht zuverlässig Auslösungen stattfinden.

Zubehör für den portablen Studioblitz geht schnell ins Geld

Zubehör für Portys ist umfangreich.

Schirme, Softboxen und sonstige Lichtformer sind für manche Studioblitze recht teuer.

Weniger günstig als bei den Systemblitzen kommt man in Sachen Zubehör bei den Portys weg. Meistens ist bei dem Erwerb eines solchen Blitzes nämlich lediglich ein Standardreflektor dabei, der sich allerdings als Lichtformer maximal zur Erzeugung eines recht harten Lichts respektive für sehr starke Beleuchtungseffekte eignet. Wie teuer das Zubehör für den Porty ausfällt, ist in erster Linie davon abhängig, für welches Modell man sich entschieden hat. Fiel die Wahl auf einen der relativ günstigen Portys aus dem asiatischen Raum, so kann man meistens auch bei den Zubehörpreisen aufatmen. Hat man sich hingegen für ein Produkt von Prophoto, Elinchrom oder dem Branchenprimus Hensel entschieden, so muss man wesentlich tiefer in die Tasche greifen. Die einzelnen Produktkategorien, die mit zusätzlichen Kosten zu Buche schlagen, sind diese:

  1. Auslöser und Empfänger
  2. Mehr Lichtformer
  3. Zusätzliche Akkus
  4. Weitere Blitzköpfe
  5. Zusätzliche Kabel

Während bei manchen Portys der Kauf von Auslösern und Empfängern nicht mehr erfolgen muss, sind Lichtformer meistens mit Abstand der größte Kostenpunkt. So hat man als Porty-Besitzer die Wahl zwischen Schirmen, Softboxen, Waben, Beauty-Dishes und noch vielem mehr. Abgesehen davon, dass Portys allgemein über große Akkus verfügen, sollte man bei einem ganztägigen Shooting trotzdem immer Ersatz parat haben. Auch der Erwerb von einem oder mehreren zusätzlichen Blitzköpfen kann sich rentieren, wenn der zweite neben dem Hauptlicht etwa als Aufhelllicht oder Effektlicht von einer anderen Seite eingesetzt werden soll.

Fazit zum Thema Systemblitz oder Porty

Insgesamt bleibt bei der Frage Systemblitz oder Porty festzuhalten, dass man sich vorab nicht nur sehr gut überlegen sollte, in welches Produkt man sein Geld investiert, sondern vor allem auch die möglichen Folgekosten miteinzukalkulieren sind. Während ein Porty immer sehr viel schwerer ist als ein normaler Systemblitz, bietet er in puncto Leistung ebenfalls ein deutliches Plus. Dieses benötigt man allerdings nicht immer, sodass problemlos auch beides je nach Bedarf angeschafft und verwendet werden kann. Portys eignen sich outdoor immer dann sehr gut, wenn das Blitzlicht das vorhandene Licht übertrumpfen soll oder aber auch der Abstand zum Motiv recht groß ausfällt. Das Thema HSS ist bei Systemblitz oder Porty ebenfalls zu berücksichtigen, denn gerade günstige Vertreter der zweiten Kategorie bieten hier für gewöhnlich keine Unterstützung.

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