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Die Vorderseite und Rückseite der Nikon D5.

Nikon D5 und Nikon D500: Einschätzung zu den neuen Topmodellen

Mit der Nikon D5 und Nikon D500 hat der japanische Hersteller wieder einmal zwei Asse aus dem Ärmel gezaubert, die schon zum jetzigen Zeitpunkt für viel Aufmerksamkeit sorgen. Während die Nikon D5 bereits ausgeliefert wird, müssen sich alle Interessenten der D500 noch gedulden. Doch was ist von den beiden Kameras generell zu halten und für wen ist ein Kauf interessant?

Die Nikon D5 und Nikon D500 erfüllen höchste fotografische Ansprüche

Angesichts einer unverbindlichen Preisempfehlung von 7000€ für die Nikon D5 und rund 2300€ für die Nikon D500 ist die Zielgruppe ziemlich offenkundig. Als Flaggschiff aller Nikon Kameras ist der japanische Hersteller mit der D5 seiner “Pflicht” nachgekommen und hat pünktlich zu den olympischen Sommerspielen, die in diesem Jahr stattfinden, sein neues Topmodell herausgebracht. Die Nikon D500 hingegen hat viele Gemeinsamkeiten mit der Nikon D5:

  • Autofokussystem mit 153 Fokuspunkten
  • Großer 3,2 Zoll Touchscreen, schwenkbar nur bei D500
  • CMOS-Sensor mit einer Auflösung von 20,7 Megapixeln

Die Nikon D500 richtet sich für ein Drittel des Preises ihrer großen Schwester und einem Sensor im APS-C bzw. DX-Format ebenfalls an anspruchsvolle Anwender, die sich nur mit dem Besten zufrieden geben. Während die Nikon D5 “lediglich” den Nachfolger der Nikon D4s darstellt und zeitlich betrachtet der Updatezyklus eingehalten wurde, kann man dies von der Nikon D500 nicht behaupten. Das letzte Topmodell der DX-Reihe war nämlich die Nikon D300s, die bereits im August 2009 herausgebracht worden war. Somit hatte eigentlich nach fast 7 Jahren Wartezeit niemand mehr damit gerechnet, dass Nikon überhaupt noch einmal ein echtes Profimodell im DX-Bereich konstruiert. Wegen des DX-Sensors ist diese Sparte aber immer schon beispielsweise für Sport- und Wildlife-Fotografen interessant gewesen.

Was kann die Nikon D5 besser als die Nikon D4s und lohnt sich der Umstieg?

Die Nikon D5 mit Objektiv.

Die neue Nikon D5 ist des Flaggschiff des japanischen Herstellers.

Auch mit der Nikon D5 können derartige Aufnahmen erstellt werden, wenngleich aufgrund des Vollformatsensors weniger Reichweite entsteht und auf einen Telekonverter zurückgegriffen werden muss. Die Nikon D4s war bereits eine sensationelle Entwicklung von Nikon, bei der sich viele darüber einig waren, dass es nur schwer möglich sein würde, diese mit dem Nachfolgemodell völlig in den Schatten zu stellen. Es stellt sich somit zunächst einmal die Frage, was die Nikon D5 auf dem Papier besser kann als die Nikon D4s. Das ist im Einzelnen:

KameramodellNikon D5Nkon D4s
Sensor
20.8 MP16.2 MP
Autofokus 153 Punkte, 99 Kreuzsensoren51 Punkte, 15 Kreuzsensoren
Display3.2 Zoll, 2.359.000 Pixel, Touchscreen und nicht schwenkbar3.2 Zoll, 921.000 Pixel, kein Touchscreen und nicht schwenkbar
BildprozessorExpeed 5Expeed 4
Speicherkarten2 x CF oder 2 x XQD 1 x CF, 1 x XQD
ISO100 - 102.400 nativ100 - 25.600 nativ
Video4k bis zu 30pFull-HD bis zu 60p
USB3.02.0

Die gewichtigsten Veränderungen beziehen sich auf den Sensor, der nun über 4 Megapixel mehr Auflösung besitzt und hinsichtlich seiner nativen ISO-Empfindlichkeit gut zwei Blenden besser ist als der der Nikon D4s. Ebenfalls beeindruckend ist die Verdreifachung der Autofokus-Messfelder von 51 auf 153 und die enorme Steigerung bei der Anzahl der Kreuzsensoren. Wer gerne Videos mit der DSLR aufnimmt, wird sich darüber hinaus über die gesteigerte Auflösung freuen, die nun 4k beträgt. Während die zuvor genannten Punkte überwiegend positiver Natur sind, so ist dies bei dem Touchscreen nicht unbedingt der Fall. Es wird zwar mit der intuitiven Bedienung geworben, jedoch ist das Touchscreen-Konzept nur halbherzig umgesetzt, denn die Menüführung ist nicht per Touch möglich. In Bezug auf die gesteigerte ISO-Leistung der Nikon D5 hat sich außerdem bereits herauskristallisiert, dass man sich den Vorteil in hohen ISO-Regionen mit Nachteilen im niedrigen Bereich erkauft.

Für wen ist die Nikon D500 geeignet und was kann sie besser als die Nikon D300s?

Die Nikon D500 mit Objektiv.

Die Nikon D500 ist der kleine Bruder des großen Topmodells.

Während die technischen Unterschiede zwischen der Nikon D5 und der Nikon D4s in einem überschaubaren Rahmen rangieren, trifft dies in Bezug auf die Nikon D500 nicht zu. Im Vergleich zur alten Nikon D300s überrascht es nicht, dass diese auf technischer Ebene der Nikon D500 nicht annähernd das Wasser reichen kann. Zur besseren Übersichtlichkeit auch hier einmal die wichtigsten Unterschiede:

KameramodellNikon D500Nikon D300s
Sensor20.9 MP12.3 MP
Autofokus 153 Punkte, 99 Kreuzsensoren51 Punkte, 15 Kreuzsensoren
Display3.2 Zoll, 2.359.000 Pixel, Touchscreen und schwenkbar3 Zoll, 921.000 Pixel, kein Touchscreen und nicht schwenkbar
BildprozessorExpeed 5Expeed
Speicherkarten1 x XQD, 1 x SD1 x CF, 1 x SD
ISO100 - 51.200 nativ200 - 3.200 nativ
Video4k bis zu 30pHD bis zu 24p
USB3.02.0

Die eklatantesten Differenzen finden sich wie im Vergleich zwischen D5 und D4s wiederum im Bereich des Sensors, allerdings fällt hier nicht nur der Unterschied bei der Auflösung mehr ins Gewicht, sondern auch die über die vielen Jahre fortgeschrittene Sensor-Technologie, die einen wesentlich höheren Dynamikumfang mit sich bringt. Die Fokus-Messfelder haben sich bei der Nikon D500 im Vergleich zur Nikon D300s ebenfalls verdreifacht. Der vielleicht größte Unterschied ist in Bezug auf die ISO-Werte auszumachen. Während sich die Nikon D300s Besitzer noch mit einem für heutige Verhältnisse kläglichen Maximum von ISO 3200 zufrieden geben mussten, kann der Anwender bei der Nikon D500 auf einen Wert von ISO 51.200 zurückgreifen. Dies ermöglicht natürlich insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen immer noch Aufnahmen ohne Stativ und allzu viel Rauschen auf den Bildern. Die übrigen Tabellenwerte sprechen ebenso eine deutliche Sprache. Zusammengefasst ist die Nikon D500 in allen Belangen die deutlich bessere Kamera. Sie ist für jeden geeignet, der zum Beispiel gerne Motive fotografiert, die sich besonders schnell bewegen, öfter bei schlechtem Licht Bilder macht oder von der hohen Video-Auflösung, sowie dem schwenkbaren Display profitieren möchte.

Fazit zur Nikon D5 und Nikon D500

Abschließend lässt sich sagen, dass Nikon mit den beiden neuen Modellen wieder einmal ein großer Wurf gelungen ist, wobei natürlich wie immer bei neuen Kameras abgewartet werden muss, wie sie sich in der Praxis schlagen. Die Nikon D5 wird, anders als die Nikon D500 wegen mangelnder Verfübarkeit, bereits von den ersten Endverbrauchern benutzt und das Feedback stellt sich überwiegend positiv dar. Klar ist, dass sich ein Umstieg von der Nikon D4s auf die Nikon D5 vor allem für denjenigen lohnt, der dem Autofokussystem alles abverlangt und die 16,2 Megapixel der D4s als etwas wenig empfand. Der Umstieg von der D300s auf die Nikon D500 lässt sich dagegen leichter rechtfertigen, denn dem Papier nach zu urteilen ist die Nikon D500 eine Kamera, die sich sowohl als Einsteiger DSLR als auch für den professionellen Einsatz eignet, wenn es um mehr Reichweite und kleineres Gepäck geht.

Bildquelle: Nikon.de

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